SV Aufbau Altenburg seit März 2003 mit Nachwuchs  Fußballabteilung

                   Artikel aus der Osterländer Volkszeitung vom 29.03.03 Seite 18 (Osterländer Sport)

Altenburg. Der 1. FC Altenburg war bekannt für seine gute Nachwuchsarbeit. Insgesamt sechs Teams standen in der jeweiligen Altersklasse im Punktspielbetrieb die D-Junioren spielten sogar in der Bezirksliga. Aber das ist Vergangenheit. Denn das Tischtuch zwischen Nachwuchsabteilung und Vereinsführung ist zerschnitten, 100 Sportler, darunter fast 90 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 17 Jahren, sind zu Aufbau Altenburg übergetreten.
Auf dem ersten Blick scheint es eine Bagatelle zu sein, die zu dem Zerwürfnis geführt hat. Die Vereinsleitung füllte nicht die obligatorischen Statistikbögen aus, die an den Kreis- und Landessportbund gehen und in denen unter anderem über Mitgliederstärke und Beitragseinnahmen Rechenschaft abgelegt werden muss.
Horst Gerth, Geschäftsführer des hiesigen KSB, bestätigt das. "Diese Statistiken abzugeben gehört zu den im Statut festgeschriebenen Pflichten eines jeden Mitgliedsvereines." Und das nicht nur, um weitere Aktenberge zu produzieren. "Da hängt auch die pauschale Versicherung dran, durch die jeder aktive Sportler in einem Mitgliedsverein abgesichert ist. ," Keineswegs habe man den 1. FC Altenburg gleich die Pistole auf die Brust gesetzt, als der erste Abgabetermin Anfang Januar nach drei Monaten verstrichen war. ,;Wir haben mehrfach neue Termine gesetzt und später natürlich auch ernsthaft gemahnt", so Gerth. Aber es tat sich nichts. Vereinschef  Thomas Wagner habe immer wieder beteuert, der Pflicht nachzukommen, was dann aber nicht geschah. Letztendlich sah sich der KSB gezwungen, ein letztes Ultimatum zu setzen, das am 31. März abläuft. "Passiert bis dahin nichts, ist der 1. FC Altenburg nicht mehr Mitglied im Kreis- sowie Landessportbund einschließlich aller daraus resultierenden Rechte und Pflichten", so Gerth.
Peter Köster, langjähriger Nachwuchstrainer beim 1. FC und einer der Initiatoren des Massenübertritts, scheint noch immer nicht recht zu fassen, was da eigentlich passiert ist. "Es ist nicht nur für mich unbegreiflich, was sich da bis zum Eklat hochgeschaukelt hat", meinte er. Nein, dreckige Wäsche wolle er in der Öffentlichkeit nicht waschen. Aber die Arbeit des 1.FC-Vorstands, den er offen als "Zweimannbetrieb" der Brüder Wagner bezeichnete, scheint recht undurchsichtig zu sein. "Es gab zwar immer mal Diskrepanzen, aber die Nachwuchsabteilung hatte trotzdem eine gute Unterstützung."
Bis Ende Februar. Als die Jahreshauptversammlung am 28. Februar angeblich aus terminlichen Gründen um eine Woche verschoben wurde, ahnten die FC-ler noch nichts Schlimmes. "Doch bei dieser Sitzung wurde uns kurz und knapp mitgeteilt, dass der Nachwuchs ab sofort den Spiel- und Trainingsbetrieb einstellen müsse, da kein Versicherungsschutz mehr bestehe", so Köster. Es folgte ein "nächtliches Krisenmanagement", um dem Nachwuchs eine sportliche Perspektive zu erhalten.
Horst Gerth, der diesen Vorfall als bislang einmalig in Thüringen bezeichnet, wurde spätabends um Hilfe angerufen. Er konnte drei Möglichkeiten einer neuen sportlichen Heimat offerieren: Medizin oder Aufbau Altenburg sowie eine gänzliche Neugründung eines Vereines. Letztendlich blieb Aufbau Altenburg, wo es auch eine Fußballabteilung gibt.
Aufbau-Chef  Heiko Pohle hätten nach dem Telefonat an jenem späten Freitagabend "die Haare zu Berge gestanden". Denn es sei doch schlichtweg "ein Unding", fast 90 Kindern handstreichartig die sportliche Heimat zu nehmen. "Wenn sich eine Männermannschaft im Streit trennt, dann wissen alle, was sie tun. Aber die Kinder können doch nichts dafür", so Pohle. Deshalb sagte der Vereinschef umgehend Hilfe zu und nach einer Telefonrunde mit den anderen Mitgliedern des Vorstands stand schon am Samstag nach dem Eklat fest, dass die Kinder bei Aufbau willkommen sind. Für die Abteilung Fußball bei Aufbau könnte dies ein Neubeginn sein. Denn dort wurde schon seit Jahren keinerlei Nachwuchsarbeit mehr geleistet. "Die Abteilung stand vor dem Auseinanderbrechen,. was jetzt abgewendet ist. Weiterhin stellte Pohle eilig drei Sätze Dresse vom Handballnachwuchs zur Verfügung. "Es musste doch weitergehen, aber die gesamte Ausrüstung liegt beim 1.FC."
Thomas Wagner vom 1. FC Altenburg wies zwar alle Vorwürfe zurück und nannte die Zahl der Übergetretenen zu hoch. Eine genaue Mitgliederstärke teilte er aber auch nicht mit, sicherte jedoch eine schriftliche Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden zu den Problemen zu. Dessen Namen verriet er jedoch nicht. "Ich bin nur der Stellvertreter", behauptete Wagner  plötzlich.
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                 Artikel aus der Osterländer Volkszeitung vom 05.04.03 Seite 19 (Osterländer Sport)

             Nachwuchs-Fußballer wollen zur Normalität zurück

                    Nach blitzartigem Übertritt vom FC zu Aufbau neue Dresse erhalten

Altenburg. Hinter den einstigen Nachwuchs-Kickern vom 1. FC Altenburg liegen stürmische Wochen. Erst der blitzartige Übertritt zu Aufbau Altenburg, als ihnen mitgeteilt wurde, dass unter dem Dach des 1. FC aus Versicherungsgründen jeglicher Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt werden müsste (OVZ berichtete).
Und dann mussten sich die 86 Kinder und Jugendlichen mitsamt Trainern noch in den neuen Verein "einfuchsen". Danach brauchte man für die sieben Mannschaften im Punktspielbetrieb auch noch neue Spieler-Garnituren, die zusammen immerhin zirka 3500 Euro kosten. "Da konnten wir auf die Hilfe vieler bauen", bedankt- sich Jörg Sporbert, der die D-Junioren betreut, die immerhin in der Bezirksliga spielen. Zahlreich sei die Unterstützung gewesen, als es um die Neubeschaffung ging. Vor allem hebt Sporbert in diesem Zusammenhang Jörg Kriebitzsch, alias Sport-Peter, sowie Südostfleisch hervor, die sich besonders engagierten.
Am Mittwoch lief die Bezirksligamannschaft erstmals in den neuen Aufbau-Dressen zum Nachholespiel gegen den derzeitigen Tabellendritten 1. SV Gera auf. Das Spiel ging zwar mit 1:4 verloren, doch Sporbert nahm das gelassen. Die Turbulenzen seien auch am Team nicht spurlos vorbei gegangen. So mussten beispielsweise die Bezirksligapartien in Lobenstein sowie gegen Carl Zeiss Jena trotz winterlicher Temperaturen in jenen kurzärmeligen Dressen absolviert werden, die die Aufbau-Handballer den Kickern für die erste Not zur Verfügung stellten. "Man kam sich so schlecht vor", kommentierte der Trainer die missliche Lage. Beim Training sei die eigentliche Arbeit zeitweise etwas in den Hintergrund getreten. Vielmehr habe man viel mit den Kindern und Jugendlichen geredet, um ihnen die Situation besser zu erklären. "Derzeit sind wir auf Tabellenplatz neun und wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben", steckte Sporbert die Ziele dieser wohl unvergesslichen Saison ganz klar ab.                                                             Jörg Wolf

                

   30.07.2003   Auflösung der ,,Alten Herren ''Mannschaft konnte verhindert werden

     „Alte Herren“ des SV Aufbau Altenburg im neuen Outfit


Auf Grund der Tatsache, dass man einfach zu wenig Sportfreunde hatte, um weiterspielen zu können, wurde bereits eine Auflösung der Mannschaft in Erwägung gezogen. Doch ist es den verbliebenen Sportfreunden gelungen wieder ein Team mit einigen neuen Gesichtern zu formieren und am Ball zu bleiben. Einige mit „Aufbau“ verbundene ehemalige Spieler sind bereit, wieder mitzumachen. Von Vorteil war ebenfalls die Übernahme der Jugendabteilung des 1. FC Altenburg. Hier konnten ebenfalls einige Sportfreunde gewonnen werden, um dem runden Leder hinterher zu jagen. So entstand ein gemischtes Team, das nun versucht, sich zu finden und sich einzuspielen. Leider ist der Terminkalender für dieses Jahr noch nicht so gut gefüllt, man wird versuchen, noch einige Spiele zu organisieren. Oftmals springt man ein, wenn ein Team absagt, um so Spielpraxis zu bekommen. Im nächsten Jahr möchten die „Alten Herren“ des SV Aufbau Altenburg auf jeden Fall wieder am Spielbetrieb teilnehmen.